Alles über Kuhmilch und Ersatzprodukte

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Ob pur genossen oder als Beigabe zum Kochen, Backen oder im Kaffee – Milch ist aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. Hier gibt’s alle wissenswerten Fakten rund um das weiße Lebensmittel.

Ja, Sie haben richtig gelesen. Milch ist tatsächlich ein Lebensmittel und kein Getränk. Diese Bezeichnung beruht auf den zahlreichen Nährstoffen, mit der Milch Ihren Körper versorgt. Lesen Sie doch mal genauer, was Sie sich mit einem einzigen Glas Gutes tun:

Die beste Kalziumquelle für die Knochen

Wenn Milch in der Werbung als knochenstärkende Wunderwaffe angepriesen wird, ist das ausnahmsweise mal wahr. Milch enthält große Mengen Kalzium, die sich positiv auf Knochendichte und Zahngesundheit auswirken und besonders Frauen ab 60 Jahren vor Osteoporose schützen. Zur Vorbeugung sollten aber auch Kleinkinder den Kalziumlieferanten in den Speiseplan einbauen, um dem späteren Ausbruch der Krankheit vorzubeugen.
Zwar wird häufig diskutiert, ob es nicht besser sei, den Kalziumspiegel mit pflanzlichen Lebensmitteln zu decken, doch die Bioverfügbarkeit der Milch macht diese These zunichte. Das Kalzium, das in der Milch vorhanden ist, kann dank der anderen enthaltenen Stoffe besonders gut verwertet werden.

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Ideal für den Muskelaufbau

Muskeln entstehen aus Proteinen, von denen reichlich in Milch enthalten sind. Forscher raten Sportlern dazu, diese vor allem im Anschluss an ein Work-out zu konsumieren.
Dabei lässt Eiweiß nicht nur die Muskeln wachsen, sondern gilt gleichzeitig als Fettburner, der noch dazu lange sättigt. Übrigens kann Ihr Gehirn nur dann Glückshormone produzieren, wenn genügend Eiweißbausteine vorhanden sind.

Auch Vitamine sind enthalten

Vielleicht liegt es an der weißen Farbe, dass viele Menschen nicht glauben, wie viele Vitamine in einem Glas Milch stecken. Denken Sie bei der Vorstellung nicht auch eher an bunte Obst- und Gemüseteller? Trotzdem verstecken sich in dem Lebensmittel vor allem B Vitamine, die maßgeblich an Ihrem Stoffwechsel, der Zellerneuerung und der Blutbildung beteiligt sind. Sie begünstigen, dass Sie die aufgenommenen Fette optimal verwerten können.

Milch in all ihren Ausführungen

Dass Milch von der Kuh stammt, ist grundsätzlich nicht falsch, aber auch nur die halbe Wahrheit. Im Folgenden lernen Sie die unterschiedlichen Milchsorten und ihre Vorzüge kennen.

Rohmilch
Diese Milch stammt direkt von der Kuh und darf laut gesetzlichen Richtlinien keiner Behandlung unterzogen werden. Daraus ergibt sich ein höherer Nährstoffgehalt gegenüber haltbar gemachten Produkten. Rohmilch eignet sich perfekt, um Darmbakterien abzutöten und das Immunsystem allgemein zu stärken. Die Reinheit macht sich überdies im Geschmack bemerkbar.

Vorzugsmilch
Bei Vorzugsmilch handelt es sich ebenfalls um Rohmilch, welche allerdings viel strengere Auflagen bei der Herstellung erfüllen muss. Sie wird noch direkt am Bauernhof in die Verpackung gefüllt.

Frischmilch
Frischmilch wird durch ein besonderes Hitzeverfahren länger haltbar gemacht. Trotzdem bleiben Vitamine und Nährstoffe weites gehend erhalten Im Supermarkt ist sie im Kühlregal zu finden.

ESL-Milch
Im Grunde ist ESL-Milch ebenfalls Frischmilch, die gekühlt werden muss. Vorteilhaft ist jedoch die noch längere Haltbarkeit gegenüber der Frischmilch.

H-Milch
Im Gegensatz zu den beiden oben genannten Milchsorten wird H-Milch ultrahocherhitzt und kann somit auch ungekühlt gelagert werden. Der einzige Nachteil ist der stärkere Vitaminverlust.

Verschiedene Fettstufen
Überdies ist Milch mit unterschiedlichem Fettgehalt erhältlich. Hier unterscheidet man zwischen:
– Vollmilch (mindestens 3,5% Fett)
– Teil-/ entrahmte Milch (zwischen 1,5 und 1,8% Fett)
– Magermilch (höchstens 0,5% Fett)

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Milch von anderen Tieren

Wie oben bereits erwähnt gibt es auch Alternativen zu Kuhmilch. Wenn Sie zum ersten Mal eine andere Milchsorte ausprobieren, wird Sie der Geschmack gewiss verwundern, denn die Milch anderer tierischer Lieferanten weist einen deutlichen Unterschied auf. Dabei gilt die Milch anderer Tiere dennoch als sehr gesund.

Ziegenmilch
Ziegenmilch zeichnet sich durch ihren süßen, zugleich strengen Geschmack aus und ist deshalb für die Verwendung im Müsli eher ungeeignet. Vorteilhaft gegenüber der Kuhmilch ist die gute Verträglichkeit. Zudem wird Ziegenmilch der Kuhmilch in vielen Diäten vorgezogen. Sie besitzt sehr viele Nährstoffe und Vitamine. Besonders nennenswert ist der hohe Vitamin D Gehalt.

Schafsmilch
Schafsmilch ist ebenso gesund und reich an Nährstoffen wie Kuhmilch, gilt jedoch als die kalorienreichste Milchvariante. Zum Trinken ist sie eher unbekannt, umso beliebter ist sie bei der Herstellung von Käse.

Weiterhin können Sie sich auch an außergewöhnliche Milcharten wie Esels- oder Kamelmilch wagen. Alle Milchsorten tierischer Herkunft sind in verschiedenen Fettstufen erhältlich.

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Wissenswertes über die Herstellung

Nun sind Sie zwar über die verschiedenen Sorten von Milch aufgeklärt, aber wissen Sie wirklich schon alles? Hier werden Ihnen Begriffe erklärt, die häufig mit dem Lebensmittel in Verbindung stehen.

Was bedeutet eigentlich pasteurisieren?
Dieses Verfahren beschreibt die Erhitzung der Rohmilch, um Keime abzutöten und das Lebensmittel somit haltbar zu machen. Je nach gewünschter Dauer wird die Milch entweder kurzerhitzt (Frischmilch) oder ultrahocherhitzt (H-Milch).

Und was ist homogenisieren?
Das Homogenisieren macht die Konsistenz der Milch gleichmäßig. Die Flüssigkeit wird solange geschleudert, bis sich die kleinen Fettpartikel auflösen und der Rahm sich nicht mehr an der Oberfläche absetzen kann.

Hier und da kursiert das Gerücht, dass Milch ungesund sei. Die oberen Absätze konnten Sie hoffentlich vom Gegenteil überzeugen. Aber es gibt immer noch ein paar Mythen und Fragen sowie interessante Fakten rund um das beliebte Lebensmittel.

Buttermilch hat bestimmt viele Kalorien, oder?
Nein, ganz im Gegenteil. Die Bezeichnung Buttermilch ist irreführend. Dieses Getränk ist quasi das Abfallprodukt bei der Butterherstellung und enthält deshalb höchstens 1% Fett.

Macht heiße Milch mit Honig müde?
Wenn Großmutter bei Halsschmerzen oder Einschlafproblemen Milch erwärmte und einen Löffel Honig hinzu gab, lag sie mit ihrem Wissen goldrichtig. Die Mischung aus Tryptophan in der Milch und dem Zucker aus dem Honig regt die Produktion des Schlafhormons Melatonin an. Dies ist sogar wissenschaftlich belegt.

Ist Muttermilch mit Milch vergleichbar?
Grundsätzlich kann man das so behaupten. Allerdings ist Kuhmilch viel nährstoff- und eiweißreicher. Das ist dadurch bedingt, dass die Niere eines menschlichen Babys nicht so viele Proteine abbauen kann. Der Energiegehalt ist aber der gleiche.

Trinken Asiaten wirklich keine Milch?
Natürlich lässt sich diese Frage nicht pauschal beantworten, fest steht jedoch, dass Asiaten das Lebensmittel nicht so gut vertragen wie Europäer. Da sie früher keine Milchwirtschaft betrieben haben, musste ihr Körper im Kindesalter auch keine Laktase (wichtiges Enzym für die Milchverdauung) produzieren. Bei zu hohem Konsum reagieren sie mit Blähungen, Krämpfen und Durchfall.

Leider nimmt auch in Deutschland die sogenannte Milchintoleranz zu. Immer mehr Menschen reagieren mit Schmerzen, Verdauungsstörungen, zum Teil sogar mit Atemnot auf den Verzehr von Milch. Glücklicherweise gibt es aber auch hier Alternativen zur Kuhmilch.

Sojamilch
Dieses Erzeugnis besteht aus Wasser und Sojabohnen, enthält keine Laktose und ist deshalb bestens als Ersatzprodukt geeignet. Zudem wirkt es sich positiv auf den Cholesterinspiegel aus.

Nussmilch
In Nussmilch sind gemahlene Nüsse (entweder Mandeln, Haselnüsse oder Cashewnüsse) und Wasser enthalten. Manchmal wird die vegane Alternative auch mit Agavendicksaft gesüßt oder mit Vanille aromatisiert.

Reismilch
Reismilch zählt ebenfalls zu den pflanzlichen Ersatzprodukten und ist sehr dünnflüssig. Um den Geschmack aufzuwerten, wird sie häufig in Verbindung mit Früchten wie Ananas oder Kokos angeboten.

Hafermilch
Hafer-, oder Dinkelmilch schmecken aufgrund des natürlichen Zuckergehalts aus der Getreidestärke leicht süßlich.

Kokosmilch
Im eigentlichen Sinne ist Kokosmilch eine Mischung aus dem Kokoswasser und dem Fruchtfleisch der Palmenfrucht. Sie kommt häufig in der asiatischen Küche zum Einsatz und besitzt eine sehr cremige Konsistenz.

Gemäß der Bezeichnung gilt in Deutschland die Regel, dass alle alternativen Milchsorten nicht als „Milch“ bezeichnet werden dürfen. Hersteller umschreiben ihre Produkte deshalb oft mit „Drink“. Grund dafür ist, dass der pflanzliche Ersatz nichts mit Milch gemein hat und der Käufer nicht in die Irre geführt werden soll.
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Adriana Schnee

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Tipps von der Redaktion:

Sie glauben, Sie wären Kuhmilchallergiker? Das muss nicht dauerhaft so bleiben. Die Allergien wechseln und wandeln im Laufe des Lebens. Wer sich mit der Bioresonanz-Therapie behandeln lässt, kann meist bald wieder Milch trinken. Ebenso sind meist verschiedene Allergene an den Reaktionen schuld, nicht nur die Milch. Die Überempfindlichkeit von Allergikern auf die verschiedensten, eher harmlosen Stoffe lassen sich heute ganz gut behandeln. Auch eine mehrmonatige Kur mit Schwarzkümmelöl kann dem Allergiker enorm helfen, in einen stabilen Zustand zu kommen.

Laktose-Intoleranz: Viele Menschen haben heute gar keine Laktoseintoleranz, sondern allgemein Probleme mit dem Darm. Wer unsicher ist, kann natürlich mal eine Weile lang auf Kuhmilch verzichten um eine Veränderung festzustellen. Meist sind die Darmprobleme aber ein Zusammenspiel aus mehreren Faktoren.

Milch und Eisen: Milch hemmt die Eisenaufnahme. Wenn Sie Eisenmangel haben und immer mal Eisenpräparate zu sich nehmen müssen, achten Sie darauf, diese 2 h getrennt von Milch, Kaffee und schwarzem Tee zu sich zu nehmen.
Ebenso nutzt das Calcium der Milch im Kaffee wenig, denn das Koffein entzieht das Calcium ebenfalls sofort. Lieber auch mal Milch und Milchprodukte getrennt vom Kaffeekonsum, also z.B. am Abend zu sich nehmen.

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