Entenhausen: eine Welt, zwei Kosmen

Dass seine Figuren eine derartige Popularität erreichen würden, hatte Walt Disney wohl in seinen kühnsten Träumen nicht erwartet, als er 1928 den Zeichentrickfilm Steamboat Willie Produzierte, den ersten Zeichentrickfilm, der als Tonfilm produziert wurde. Als besonderer Meilenstein gilt Steamboat Willi, weil hier neben Micky Maus auch Minni und Kater Karlo ihre ersten Auftritte hatten. Damit hatten sich drei wichtige Charaktere etabliert, die später in Entenhausen tragende Rollen spielen sollten.

Die Figuren Goofy, Daisy Duck und vor allem der jähzornige Donald Duck machten den Disney-Kosmos schließlich komplett, zur Legende sollten sie jedoch erst später werden. Wesentlichen Anteil daran hatte der Comicautor Carl Barks, der ab Mitte der 1930er Jahre für die Disney-Studios arbeitete und zehn Jahre später als freier Comicautor arbeitete.

Der „Vater der Enten“

Weil Carl Barks weitere wichtige Figuren aus dem Disney-Kosmos wie Dagobert Duck, Daniel Düsentrieb, Gustav Gans und Onkel Dagoberts wichtigste Gegenspieler – die Hexe Gundel Gaukeley und die Panzerknacker – erfunden hat, gilt er als wahrer „Vater der Enten“, in der Comicszene gelten seine Werke als Klassiker des Genres.

Barks Werk wurde schließlich Mitte der 1980er Jahre von Don Rosa fortgeführt. Dieser war für seine sorgfältigen Recherchen ebenso bekannt wie für die Tatsache, dass er sich explizit an die Vorgaben hielt, die Carl Barks einst festgelegt hatte.

Der Mythos Entenhausen

Zum Mythos Entenhausen hat auch die Tatsache beigetragen, dass sich Carl Barks einen Spaß daraus gemacht hatte, die geographische Lage Entenhausens vor den Fans zu verheimlichen. Zu diesem Zweck erfand er sogar den fiktiven US-Bundesstaat Calisota, in dem Entenhausen angeblich liegen solle. Auf dieses Verwirrspiel dürfte später auch Matt Groening, Erfinder der Kultserie Die Simpsons Bezug genommen haben. Schließlich werden auch in dieser Serie allenfalls Andeutungen gemacht, wo Springfield liegen könnte.

Darum treten Micky und Donald kaum auf

Anders als in den frühen Zeichentrickfilmen treten Donald und Co. nur äußerst selten gemeinsam mit Micky, Goofy und den anderen Figuren aus der Mäusewelt auf. Das hat einen ganz simplen Grund, der lediglich für deutsche Fans nicht ganz nachvollziehbar ist. Denn nur in den deutschen Ausgaben leben die Figuren parallel in Entenhausen, in den Comics anderer Länder leben sie hingegen in unterschiedlichen Städten, nämlich Mouseton und Duckburg.

Der Beliebtheit der Disney-Comics indes hat dies keinen Abbruch getan, ganz im Gegenteil. Teilen sich die Fans doch in eingeschworene Lager auf: Die einen schätzen und lieben die abenteuerlichen, oft absurden Geschichten rund um die Enten, während die andere Fan-Fraktion Mickys detektivischen Spürsinn schätzt. Beide Fraktionen lesen trotzdem auch die Geschichten für das andere Lager, weil sie halt eben da sind.

 

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