Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern?

Es ist gar nicht so lange her, da waren die Online Marketing Experten auf der „Keywords für alle“ Welle. Wer der Meinung war, dass es sinnvoller wäre, den Lesern Inhalt statt Keyword-Wüsten anzubieten,  dass es nicht um mögliche Anpassung der Inhalte an die diversen Endgeräte, sondern um qualitative Information auf den Webseiten geht, wurde verlacht. Nicht für Leser, für Suchmaschinen schreiben wir! Wirklich?

Dumm ist nur der, der Dummes tut

Mittlerweile hat sich anscheinend herauskristallisiert, dass das gemeine Publikum nicht ganz so anspruchslos und dumm ist, wie die Herrschaften Online Marketing Experten meinten. Eine Erfahrung die auch der Fernsehsender RTL machen musste, als versucht wurde, die DSDS Aufzeichnungen als Live Show zu verkaufen. So dumm sind die Leser, Zuschauer und vor allem die Kunden dann nicht. Wer mittels Suchmaschine auf den ersten Plätzen nur Seiten findet, auf denen kein lesbarer Text vorhanden ist, nutzt die Suchmaschine nur ungern. Und klickt auch ganz schnell weg, anstatt in dem jeweiligen Shop zu bestellen oder die entsprechende Dienstleistung anzufragen. Weiß ich, weil ich selbst ein solcher Kunde bin. Auch einer, der bitte egal ob am Tablet, Laptop oder Smartphone dieselben Informationen haben will, sonst finde ich das Angebot unseriös und kaufe eben woanders. Weil Google, Yahoo und Co. diese Trend längst erkannt haben und auch nicht viel auf die Meinung von selbsternannten Online Marketing Experten geben, werden die Keyword-Wüsten schon längst abgestraft und guter Content vorgereiht. Danke, liebe Suchmaschinen, dass zumindest ihr davon ausgeht, dass die Konsumenten selber denken können!

Wenn die Welt nicht meiner Meinung ist, dann hab ich das nie gesagt

Weil doch aber ein Experte immer Recht haben muss, wird eben schnell die Meinung geändert, alles zurückgenommen und das Gegenteil behauptet. So streitet der „Erfinder“ der WDF*IDF-Keyword-Formel, vor zwei Jahren von Selbigem als das „Allheilmittel“ angepriesen, mittlerweile ab, das Kürzel „WDF“ überhaupt gehört zu haben. Statt dessen sei nun Content, Verzeihung, „Inhalt“, King. Und was anderes war doch niemals Thema. Die Lebenseinstellung, überall mitzumachen, im Zweifelsfalle aber nicht dabei gewesen zu sein, ist ja nun nicht so neu – und ihre Nebenwirkungen auch nicht. Die nämlich führt dazu, dass Dinge doppelt und dreifach gemacht (und gezahlt) werden müssen, braucht es doch immer eine Version, die der aktuellen Guru-Meinung entspricht. Vom Geschäftsentgang, bis die Änderungen durchgeführt wurden, gar nicht zu reden. Dem falschen selbsternannten Online Marketing Experten hinterher gerannt zu sein, kann also durchaus teuer werden.

Selber denken macht schlau

Doch auch gegen die „Experten für eh alles“ ist ein Kraut gewachsen. Wer Meinungen kritisch hinterfragt und sich fragt, was er selbst gerne haben wollen würde, wenn er Kunde wäre, wird sich nicht blindlings verrennen. Wer dann auch noch selber nachdenkt, wie das erreicht werden könnte, wird sogar vielleicht selbst zum Trendsetter und kann auch morgen noch zu dem stehen, was er gestern gesagt hat.

4 Gedanken zu „Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern?

  1. am 17.mai 2015 schreibt die autorin „Es ist gar nicht so lange her, da waren die Online Marketing Experten auf der “Keywords für alle” Welle. “ …..ähem, hätte sie den artikel vor 3-4 jahren veröffentlicht, ok, aber jetzt?? da braucht man den rest nicht mehr lesen, da man ab dem ersten satz nichts ernst nehmen kann, was danach kommt. wahrscheinlich veröffentlicht frau pfliegl in drei jahren einen beitrag, in welchem sie aufdeckt, dass zu viele externe verlinkungen schädlich für eine webseite sein können und das so langsam onlinemarketing „experten“ auch dahinter kommen….

    • Darf ich fragen, woher Sie, Frau Jette Ohne-Nachnamen, Ihr Wissen darüber, was in den letzten zwölf Monaten an Keyword-Dichten und WDF-Texten für Websites nachgefragt wurde, beziehen? Es mag sein, dass in Ihrer Welt Keywords seit mehreren Jahren keine Rolle spielen, in meiner waren Keyword-Dichten von vier bis zehn Prozent durchaus normal und üblich. Wohingegen schon länger bekannt ist, dass massives, möglicherweise auch zusammenhangloses Verlinken von den Suchmaschinen abgestraft werden – und dies nicht mehr oder kaum nachgefragt wird/wurde.
      Korrekterweise muss ich hier auch darauf hinweisen, dass diese Aussagen nicht von mir stammen, wie auch dem von Ihnen zitierten Satz zu entnehmen ist. Was das über die „Experten“ vermuten lässt, die diese getroffen haben, sei jetzt dahin gestellt. Genau darum ging es doch eigentlich auch in dem Artikel – dass zuviele selbsternannte Experten herum laufen, die ihre Meinung dem Mainstream anpassen, weil „sie das ja immer schon gesagt haben“, anstatt selbst Trends zu setzen oder Visionäre zu sein. Gibt natürlich andere auch – aber diese werden sich weder angesprochen, noch auf den Schlips getreten fühlen mit diesem Artikel, meinen Sie nicht?

  2. Jette, lesen Sie doch mal den Marketing Insight von Markus Laue – der jetzt eben 2015 aktuell herauskam mit Tipps wie:
    Nehmen Sie Übersetzungen mithilfe des Google Translators.
    Beauftragen Sie 2-Sterne-Texter bei tb, denn auf die Qualität kommt es nicht an, nur auf die Quantität.
    Nutzen Sie versteckte Layer hinter dem Mauszeiger usw. usf.

    Diese Methoden sind 2006 mal gut gewesen, danach wurden sie Dank Penguin und Panda-Updates vollständig ausgeräumt. Heute gehts um ganz andere Dinge, Qualität ist längst Standard, will man DAUERHAFT verdienen. Die neuen Themen heißen: mobile Nutzbarkeit der Webseiten oder Markenbewusstsein, Optische Details, schnelle Ladezeiten usw. usf. Über den Plunder, der teils nach wie vor verbreitet wird, amüsieren sich nicht nur SEO-Profis. Traurig nur, dass nach wie vor Kunden darauf reinfallen.

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