Privatinsolvenz anmelden – ja oder nein?

Komplett pleite – was tun? Viele Menschen denken, das Leben ist vorbei, wenn man Schulden hat oder Insolvenz anmelden muss. Dem ist aber nicht so. Es kann im Grunde jeden treffen und daher gibt es faire Lösungen für finanzielle Problemphasen.

Allerdings sollte man sich nicht übereilt dazu entscheiden, eine Privatinsolvenz anzumelden, sondern erst genau abwägen. Es gibt natürlich Nachteile, wie einen Schufa-Eintrag. Die Überwachung des Insolvenverwalters ist natürlich auch nicht angenehm. Die Schulden sind vererbbar! Es gibt keine Garantie für eine Restschuldbefreiung. Und man muss zum Beispiel eventuell teure Geschenke wieder zurückgeben.

Die Vorteile überwiegen aber bei vielen Personen, etwa, dass man sich nicht persönlich mit seinen Gläubigern auseinandersetzen muss. Dass man die Last der Schulden jemand anderem übertragen kann, jedenfalls psychisch. Man darf weiter in seiner Wohnung bleiben. Es gibt einen Pfändungsschutz bis zu gewissen Grenzen. Man hat die Chance auf einen kompletten Neuaanfang ohne alle Schulden abbezahlen zu müssen.

Der Insolvenzverwalter wird die Schulden fein säuberlich einteilen nach der Quotelung. Es gibt also Schulden, die sind dringender zu bezahlen wie Unterhalt für die Kinder und weniger dringend. Wenn gar kein Geld da ist und auch nichts zu pfänden, dann fließen auch keine Zahlungen.

Folgen einer Privatinsolvenz

Privatinsolvenz Nachteile: Niemand wird sich selbst freiwillig in eine Privatinsolvenz manövrieren, denn sie hat doch zu viele Nachteile. Etwa die Tatsache, dass nun ein fremder Mensch, die Kontrolle über die Verwendung des eigenen Vermögens hat und auch über das eigene Einkommen, wenn es den Pfändungsfreibetrag überschreitet.

Man ist allerdings auch sehr eingeschränkt. Man kann sich nicht alles kaufen, was man möchte. Es gibt auch keine Kredite. Muss man in der Wohnung renovieren, wird es schwierig. Man kann aber auch nicht neu starten, etwa in die Selbständigkeit, wenn man dafür neue Kredite braucht.

Schlimm ist es vor allem für die Nachkommen. Denn Kinder kosten viel Geld und dieses kann nicht mehr wie vorher für sie ausgegeben werden, etwa für Klassenfahrten und neue Kleidung.

Auch die Ehepartner sind benachteiligt. Nur bei Gütertrennung bleibt der Ehepartner verschont.

Letzte Möglichkeit Privatinsolvenz

Allgemein ist die Privatinsolvenz nur dann angebracht, wenn alle anderen Lösungen ausgeschöpft wurden. Man könnte Umschulden oder eine Vergleichsvereinbarung mit den Schuldnern erzielen. Auch kann man Immobilien beleihen und Versicherungsguthaben verwenden. Auch im eigenen privaten Leben, lässt sich sparen, indem man sich mehr einschränkt um Schulden abzubezahlen.

Personen, die in der Spirale der Schulden hinabrutschen, brauchen oft von außen Hilfe und zwar objektive. Wenn etwa ein Gelber Brief eintrifft, so heißt es Ruhe bewahren und das Richtige tun. Und das heißt meist, Zeit gewinnen, bis man die Summe wieder aufbringen kann.

Nicht immer machen Menschen Schulden, weil sie über ihre Verhältnisse leben, oft ist es auch eine Kette von negativen Umständen. Auch Krankheiten, Todesfälle, private Überlastung können ein Grund sein. Und dann muss geschaut werden, wie man diese Phase gut überbrückt. Hier hilft eine professionelle Beratung weiter, die den Betroffenen enorm die Last abnimmt und vor allem kennt ein Profi solche Situationen im Leben wie seine Wespentasche und der Schuldner fühlt sich nicht mehr wie ein Totalversager.

Hilfe anzunehmen bei finanziellen Problemen kann ähnlich hilfreich sein wie eine therapeutische Beratung oder Behandlung.

 

 

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