Zimtsorten: süß und aromatisch oder herb und scharf?

Wusstest du, dass es verschiedene Sorten von Zimt gibt? Spätestens dann, wenn du Milchbrei oder Desserts aus Versehen mit Cassia-Zimt gewürzt hast, wirst du den Unterschied merken und dich ärgern, wenn du die falsche Sorte erwischt hast. Wir klären auf.

 

Zimtsorten im Vergleich: Warum Ceylon-Zimt anders schmeckt als Cassia-Zimt

Zimt gehört zu den beliebtesten Gewürzen der Welt. Ob im Kaffee, im Gebäck, in Desserts oder in herzhaften Gerichten – sein warmes, süßliches Aroma verbindet viele Menschen mit Gemütlichkeit und Winter. Doch Zimt ist nicht gleich Zimt. Wer einmal den Unterschied zwischen verschiedenen Sorten probiert hat, merkt schnell: Das Aroma kann sehr unterschiedlich sein.

Wir denken bei Zimt meist aus den in Cinnamon Rolls, Zimtschnecken etc. Im Supermarkt wird aber häufig der billigere, weniger hochwertige Cassia Zimt verkauft, der weniger für Süßspeisen geeignet ist. Er hat kaum den gewohnten Zimtgeschmack, sondern bietet ein leicht scharfes, herbes Aroma, eher für herzhaftige orientalische Gerichte geeignet.

Ceylon-Zimt – der feine „echte“ Zimt

Der Zimt, den die meisten von uns mit dem Namen verbinden, ist der Ceylon-Zimt. Er stammt ursprünglich aus Sri Lanka und wird häufig als „echter Zimt“ bezeichnet. Er wird aus der inneren Rinde des Zimtbaumes hergestellt und gilt als besonders hochwertig.

Sein Geschmack ist:

  • mild und leicht süßlich
  • fein aromatisch
  • weniger scharf
  • fast etwas blumig und zart

Ceylon-Zimt passt besonders gut zu:

  • Milchreis und Desserts
  • Tee und Heißgetränken
  • feinem Gebäck
  • Frühstücksgerichten wie Porridge oder Müsli

Auch optisch gibt es typische Unterschiede: Ceylon-Zimtstangen bestehen aus vielen dünnen Rindenschichten, die wie eine zusammengerollte Zigarre wirken. Die Farbe ist meist heller, eher goldbraun bis rotbraun.

Zimtsorten: süß und aromatisch oder herb und scharf?

Cassia-Zimt – kräftig und intensiv

Cassia-Zimt ist die Sorte, die man in vielen Supermärkten findet. Er stammt beispielsweise aus China, Indonesien oder Vietnam und ist preisgünstiger als Ceylon-Zimt.

Sein Aroma ist deutlich kräftiger:

  • würziger
  • schärfer
  • etwas herber
  • weniger fein und süßlich

Cassia eignet sich gut für Gerichte, bei denen ein kräftiges Zimtaroma gewünscht ist, beispielsweise:

  • Glühwein
  • kräftige Wintergerichte
  • Gewürzmischungen
  • manche Backrezepte

Die Zimtstangen sind meist dicker, härter und bestehen eher aus einer einzigen zusammengerollten Rindenschicht. Die Farbe ist oft dunkler und rötlich-braun.

Kann man Ceylon-Zimt an der Farbe erkennen?

Die Farbe kann ein Hinweis sein, ist aber kein sicheres Erkennungsmerkmal.

Typische Unterschiede:

Ceylon-Zimt:

  • hellere, goldbraune Farbe oder auch rotbraune Farbe
  • viele feine Schichten
  • dünne, brüchigere Stangen
  • mildes Aroma

Cassia-Zimt:

  • dunklere, kräftigere Braunfärbung oder Beigefarben
  • dickere Rinde
  • härtere Stangen
  • intensiver, schärferer Geschmack

Bei gemahlenem Zimt wird die Unterscheidung schwieriger, da die Farbe je nach Herkunft und Verarbeitung variieren kann. Wer Wert auf eine bestimmte Sorte legt, sollte deshalb auf die Bezeichnung auf der Verpackung achten.

Warum schmecken die Sorten so unterschiedlich?

Der Unterschied liegt vor allem in den enthaltenen ätherischen Ölen. Cassia enthält besonders viel Zimtaldehyd – den Stoff, der für das typische kräftige Zimtaroma sorgt. Ceylon-Zimt besitzt ein komplexeres, feineres Aromaprofil.

Außerdem unterscheiden sich die Sorten im Gehalt an Cumarin, einem natürlichen Pflanzenstoff. Cassia-Zimt enthält deutlich mehr Cumarin als Ceylon-Zimt. Wer regelmäßig größere Mengen Zimt verwendet, achtet deshalb häufig bewusst auf die Sorte. Cumarin ist nicht so gesund für die Leber!

Erfahre hier mehr über die insgesamt 4 Zimtsorten und ihren Cumaringehalt.

Welcher Zimt passt wozu?

Eine kleine Orientierung:

Für feine Desserts und Getränke:
→ Ceylon-Zimt

Für kräftige Winteraromen und Gewürzmischungen:
→ Cassia-Zimt

Für den täglichen Gebrauch in kleinen Mengen:
→ nach Geschmack auswählen – viele Zimtliebhaber bevorzugen wegen des feineren Aromas Ceylon.

Der Unterschied liegt im Detail

Viele Menschen kaufen Zimt, ohne zu wissen, dass es verschiedene Sorten gibt. Wer einmal einen hochwertigen Ceylon-Zimt probiert hat, erkennt den Unterschied oft sofort: Das Aroma wirkt weniger dominant, dafür harmonischer und natürlicher.

Cassia-Zimt ist keineswegs schlecht – er hat seinen Platz in der Küche und sorgt für ein kräftiges Zimterlebnis. Doch wer den sanften, fast schon eleganten Geschmack von Zimt sucht, wird mit Ceylon-Zimt wahrscheinlich glücklicher werden.

Warum Zimt so gut zu Kaffee passt

Kaffee und Zimt sind seit Jahrhunderten eine beliebte Kombination. Das warme, leicht süßliche Aroma des Gewürzes harmoniert hervorragend mit den Röstaromen der Kaffeebohnen und kann selbst kräftigen Kaffeesorten eine angenehm weiche Note verleihen.

Viele Kaffeeliebhaber geben eine Prise Zimt direkt in das Kaffeepulver, bevor sie den Kaffee aufbrühen. So entfalten sich die ätherischen Öle besonders gut. Andere streuen etwas gemahlenen Zimt auf den Milchschaum eines Cappuccinos oder Latte Macchiatos.

Welcher Zimt sich dafür besser eignet, ist Geschmackssache. Wer ein feines, ausgewogenes Aroma bevorzugt, greift meist zu Ceylon-Zimt. Sein milder Geschmack unterstreicht die Röstaromen des Kaffees, ohne sie zu überdecken. Cassia-Zimt sorgt dagegen für eine deutlich würzigere und intensivere Note, die besonders gut zu winterlichen Kaffeespezialitäten passt.

Auch in internationalen Kaffeekulturen spielt Zimt eine Rolle. In vielen Ländern des Nahen Ostens, in Mexiko oder Teilen Skandinaviens wird Kaffee traditionell mit Gewürzen wie Zimt, Kardamom oder Nelken verfeinert.

Ist Zimt gesund?

Zimt ist weit mehr als nur ein aromatisches Gewürz. Er enthält ätherische Öle sowie sekundäre Pflanzenstoffe, insbesondere Polyphenole, die antioxidative Eigenschaften besitzen. Antioxidantien können die Körperzellen vor oxidativem Stress schützen.

Einige wissenschaftliche Studien deuten darauf hin, dass Zimt:

  • entzündungshemmende Eigenschaften besitzen kann,
  • die Verdauung unterstützen kann,
  • antimikrobiell gegen bestimmte Bakterien und Pilze wirkt,
  • möglicherweise einen positiven Einfluss auf den Blutzuckerspiegel hat.

Gerade der letzte Punkt wird häufig diskutiert. Einige Untersuchungen zeigen, dass Zimt die Insulinempfindlichkeit verbessern könnte. Die Studienlage ist jedoch nicht eindeutig, sodass Zimt nicht als Ersatz für eine medizinische Behandlung angesehen werden sollte.

Ceylon oder Cassia – welche Sorte ist gesundheitlich günstiger?

Aus gesundheitlicher Sicht wird häufig Ceylon-Zimt empfohlen. Der Grund ist sein deutlich geringerer Gehalt an Cumarin.

Cumarin ist ein natürlicher Pflanzenstoff, der in größeren Mengen die Leber belasten kann. Während Ceylon-Zimt nur sehr geringe Mengen enthält, liegt der Cumaringehalt von Cassia-Zimt oft um ein Vielfaches höher.

Wer nur gelegentlich Zimt im Kaffee oder beim Backen verwendet, muss sich darüber in der Regel keine Sorgen machen. Menschen, die täglich größere Mengen Zimt verzehren – etwa im Porridge, Müsli, Kaffee oder Smoothie – fahren mit Ceylon-Zimt langfristig meist besser.

Unser Tipp für Kaffeeliebhaber

Wer seinen Kaffee regelmäßig mit Zimt verfeinert, sollte einmal beide Sorten direkt vergleichen. Viele Genießer empfinden Ceylon-Zimt als harmonischer, weil sein feines Aroma die Röstaromen hochwertiger Kaffees unterstreicht, statt sie zu überdecken. Besonders bei Filterkaffee, Café Crema oder handgebrühten Spezialitäten zeigt sich dieser Unterschied oft erstaunlich deutlich.

 

Rezept: Cremiger Pumpkin Spice Latte

Wenn die Tage kühler werden, gibt es kaum etwas Gemütlicheres als einen selbstgemachten Pumpkin Spice Latte. Das Beste daran: Er lässt sich ganz einfach zu Hause zubereiten – und mit hochwertigem Ceylon-Zimt schmeckt er besonders fein.

Zutaten für 2 Tassen

  • 300 ml frisch gebrühter Espresso oder starker Kaffee
  • 250 ml Milch oder Haferdrink
  • 2 EL Kürbispüree
  • 1–2 TL Ahornsirup oder brauner Zucker
  • 1 TL Ceylon-Zimt
  • ¼ TL gemahlener Ingwer
  • 1 Prise Muskatnuss
  • 1 Prise gemahlene Nelken
  • optional: etwas Vanilleextrakt
  • Schlagsahne und etwas Zimt zum Garnieren

Zubereitung

  1. Milch, Kürbispüree, Ahornsirup und die Gewürze in einem kleinen Topf vorsichtig erwärmen und gut verrühren.
  2. Mit einem Milchaufschäumer oder Schneebesen leicht aufschäumen.
  3. Den heißen Kaffee auf zwei große Tassen verteilen.
  4. Die gewürzte Milch darüber gießen.
  5. Nach Belieben mit Schlagsahne und einer Prise Zimt dekorieren.

Tipp

Wer den Zimtgeschmack besonders fein mag, verwendet Ceylon-Zimt. Sein mildes Aroma harmoniert hervorragend mit hochwertigen Kaffees und lässt den Espresso trotz der Gewürze noch gut zur Geltung kommen.

 

 

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